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Was macht ein Payment Service Provider (PSP)?

In der Welt des Zahlungsverkehrs gibt es viele verschiedene Akronyme und Begriffe. In diesem Blogbeitrag erklären wir dir, was Zahlungsdienstleister tun und wie sie Unternehmen bei der Zahlungsabwicklung helfen.

von Maik Klotz, 26.04.2022
4 Min
Wir klären auf, was ein Payment Service Provider macht

Ob an der Kasse im Supermarkt oder im Onlineshop: Am Ende kommt immer der Check-out. Bargeldlos in einem Shop zu bezahlen, ist inzwischen selbstverständlich, aber damit das funktioniert, sorgt im Hintergrund der Payment Service Provider (PSP) für eine reibungslose und unsichtbare Abwicklung des Bezahlvorgangs.

Aber was macht ein Payment Service Provider oder Zahlungsdienstleister eigentlich? In diesem Beitrag werden wir die Rolle der Zahlungsdienstleister im Zahlungsverkehr aufschlüsseln und untersuchen, wie sie Händlern und Verbraucher:innen gleichermaßen helfen. 

Abwickeln von Zahlungen: eine bankfachliche Sicht

Die Kund:innen haben gefunden, was sie suchen, wählen im Shop ihre gewünschte Zahlungsart aus und tragen die notwendigen Daten ein. Nun will aber niemand, dass irgendjemand einfach so auf dem Girokonto buchen darf. Deswegen spielen im Hintergrund jeder Zahlung eine ganze Reihe von Verträgen eine Rolle. 

Der offensichtlichste ist der Kaufvertrag zwischen Händler:innen und Kund:innen. Er bildet die Grundlage dafür, dass das Handelsunternehmen Geld von seinen Kund:innen einziehen darf. Beteiligt sind hier aber auch die Banken: Eine Kreditkartenzahlung verläuft vereinfacht so, dass bei einer Kreditkartenzahlung die Zahlungsdaten des Kunden an die Händlerbank (Acquirer) gesendet werden. Über das Netzwerk des Kreditkartenunternehmens (zb Mastercard, Visa oder American Express) versucht die Händlerbank bei der kartenausgebenden Bank, den Issuer, die Zahlung zu autorisieren. Der Issuer ist also die Bank, welche Kund:innen die jeweilige Karte zur Verfügung stellt und bei Kreditkarten beispielsweise die jeweilige Kreditlinie einräumt. Gibt es keine Probleme, so landet dann das Geld für die Zahlung vom Issuer beim Acquirer und damit letztlich auf dem Konto des Handelsunternehmens. 

In der Regel legen sich Händler aber nicht auf eine einzelne Zahlart fest, sondern bieten einen Zahlungsmittelmix an. Neben der Kreditkarte oder Girocard, kommen je nachdem, ob die Zahlung im E-Commerce oder Instore im Retail stattfindend, noch weitere Zahlungsarten dazu. Paypal, die klassische Lastschrift, Giropay, den Ratenkauf oder den Kauf auf Rechnung spielen insbesondere im E-Commerce eine große Rolle.

Mit einem PSP reduzieren Händler:innen die Komplexität der Abwicklung von Zahlungen, denn der PSP ist ein autorisierter Partner von Banken, Kreditkartenunternehmen und Finanzdienstleistern. Die Händler haben mit einem PSP nur noch einen Vertrags- und Ansprechpartner und nicht viele einzelne. 

Ein PSP reduziert also die Komplexität, denn beim Bezahlvorgang gibt es ja nicht nur die reine Zahlung. Kund:innen schicken auch mal etwas zurück und erwarten dann eine Gutschrift. Und überhaupt: Händler:innen wollen ihr Risiko minimieren, müssen sich also auch mit der Frage beschäftigen, auf welche Art die Kundschaft überhaupt bezahlen darf.

So kümmern sich PSPs nicht selten auch um:

  • Bonitätsprüfung

  • Fraud Prevention

  • Zahlungen von Kund:innen annehmen

  • Einnahmen treuhänderisch verwalten

  • Zahlungen an die Händler:innen übergeben

  • Rückerstattungen vornehmen

  • Rechtliche Schritte beim Zahlungsausfall

Dazu kommt, dass ein Händler nicht mehr viele verschiedene Bezahlverfahren aufwendig technisch integrieren muss, sondern vom PSP eine einzige Schnittstelle bekommt.

Payment: technisch Komplex

Ohne Technik geht es weder im Onlineshop im E-Commerce noch Instore im Laden oder einer Filiale. 

Ein Beispiel: Beim Onlinekauf per Kreditkarte müssen die Kund:innen die Transaktion bestätigen. Zur Absicherung der Zahlung erhalten sie etwa eine SMS auf ihr Smartphone oder müssen einen Code in einen Dialog eintragen, der vom Issuer (kartenausgebende Bank) stammt. Im Erfolgsfall gibt das System dann eine Rückmeldung, auf die der Shop reagieren muss, um anschließend die weitere Verarbeitung der Bestellung anzustoßen. 

Checkout-Seiten, Dialoge, Prozessschritte und Rückmeldungen gibt es auch beim Bezahlen mit Paypal, Google Pay, Giropay. Der Shop müsste also mit einer ganzen Reihe von externen Systemen in der erwarteten Form kommunizieren und Daten austauschen, damit am Ende auch die Zahlung angestoßen und abgewickelt wird. 

Ähnlich verhält es sich beim bargeldlosen Bezahlen direkt im Laden. Das Kartenterminal erkennt, welche Karte die Kund:innen einstecken und kümmert sich dann um den sicheren Datenaustausch. Dahinter steckt eine Komplexität, die Handelsunternehmen nur in der Theorie allein bewältigen können, sofern sie denn ein breites Angebot an Zahlungsmöglichkeiten anbieten wollen. 

Bei der Zusammenarbeit mit einem PSP im Onlineshop müssen sich die Händler:innen nur um die Anbindung des Systems des PSP an ihre Systeme kümmern. So können sie sich darauf fokussieren, ihren Shop weiter auszubauen und um ihre Hauptaufgabe, den Verkauf. 

Payment Service Provider sind unverzichtbar

Mit der Beauftragung eines PSP schaffen sich Händler:innen den Zugang zu einem breiten Angebot an Zahlungsoptionen für die Kunden, ohne sich im komplizierten Geflecht aus Verträgen und Regulatorik zu verstricken und in der Fülle von technischen Abläufen, Prozessen und Schnittstellen bei der eigentlichen Transaktion zu versinken. 

Zudem sind sie deutlich mehr als nur „Abwickler“ oder „Lösungsanbieter“ für die Händler:innen. Bei ihnen laufen national und international unzählige Transaktionen zusammen, insofern wissen sie auch, welche Vorlieben die Kund:innen beim Bezahlen haben. So können sie den Handel nicht nur bei der Auswahl von Zahlungsarten beraten, sondern auch bei der Expansion in weitere Märkte begleiten. Denn in Dänemark bevorzugen die Kund:innen andere Bezahlarten als in Schweden. Und im Norden zahlt die Kundschaft anders als in Südeuropa oder Deutschland. Erst mit einem PSP bieten Händler:innen stets den optimal Mix an Bezahlarten für jeden ihrer Märkte.

Fazit

Ein PSP ermöglicht eine Vielzahl von Zahlungsmöglichkeiten anzubieten, ohne dass sich Händler in Bürokratie verzetteln. Wir als Paymenttools sehen genau das als unsere Aufgabe: Payment einfach “einfach” machen.

Wir sind die Experten, die sich um die Komplexität im Payment kümmern, damit unsere Händler sich auf das konzentrieren können, was sie am besten können - ihr Business. Wie werden wir in Zukunft bezahlen? Das wird die Zeit zeigen, aber wir wollen helfen, der Zeit voraus zu sein, um Händlern und Kund:innen schon heute das Payment von morgen bieten zu können. 

Maik Klotz ist Berater, Sprecher und Autor zu den Themen Banking, Payment, Digital Identity, E-Commerce und Retail. Er wurde von der Süddeutschen Zeitung in der Serie „Impulsgeber“ der Branche porträtiert und moderiert und spricht auf vielen Branchen-Events. Maik ist Co-Founder von Payment & Banking und ist bei Paymenttools für den Bereich Marketing und Unternehmenskommunikation verantwortlich.

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