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Frauen bei Paymenttools: Eine Bestandsaufnahme (Teil 1)

Die Fintech-Branche ist zukunftsweisend - so möchte man meinen. Die Zahlen mit Blick auf Geschlechtergleichheit zeigen allerdings eine andere Wahrheit. Im ersten von zwei Teilen schauen wir auf den Status Quo beim Thema Geschlechtergerechtigkeit bei Paymenttools.

von Celina von der Linden, 24.08.2022
3 Min
Geschlechtergerechtigkeit bei Paymettools (Quelle iStock SeventyFour)

Frauen in Führungspositionen machen gerade mal 14 Prozent aus! Aber was sind die besonderen Herausforderungen in einer männerdominierten Finance und Technology Welt? Und wie können wir als Start-up Raum schaffen, um diese Hürden zu überwinden und ein aktiver Teil eines gesellschaftlichen Wandels sein?

Warum wir uns bei Paymenttools überhaupt mit dem Thema beschäftigen? Die Förderung von Vielfalt sorgt für eine spannende Arbeitsatmosphäre, bessere Zusammenarbeit in Teams und gesteigerte Mitarbeiterbindung und -zufriedenheit. Und ganz nebenbei haben gender-diverse Unternehmen eine signifikant größere Wahrscheinlichkeit, überdurchschnittlich profitabel zu sein (McKinsey). Fachkräftemangel betrifft auch die IT. Dabei sind Jobs in unserer Branche kurz und sexy gesagt: zukunftssicher, lukrativ und karrierefördernd.

Warum ist Gender-Diversität eigentlich wichtig? Die weibliche Wirtschaft ist der weltweit größte und am schnellsten wachsende Markt. Ein paar Zahlen, die die Financial Alliance for Women zusammengetragen hat: 80 Prozent der Kaufentscheidungen von Haushalten weltweit werden von Frauen getroffen oder beeinflusst (Deloitte), 73 Prozent der Frauen weltweit sind mit ihren Bankdienstleistungen unzufrieden (BCG) und 68 Prozent der Unternehmen von Frauen in Schwellenländern haben einen ungedeckten Kreditbedarf (IFC). Zahlen unterstützen übrigens auch folgendes: Frauen sind sparsam, umsichtig in der Kreditaufnahme und treue Kundinnen. Also warum wird eine Branche, für die Frauen zentrale Kundinnen sind, von Männern dominiert? Wir wünschen uns eine Fintech-Szene, die femininer oder zumindest einladender für Frauen gestaltet wird und daran möchten wir mitwirken.

Der Status Quo bei Paymenttools

Kurz und knapp: Der Frauenanteil bei Paymenttools ist unzufriedenstellend, das wissen wir, und daran arbeiten wir. Paymenttools kommt insgesamt auf eine Frauenquote von 40 Prozent. Vor allem als Scrum Master und Product Owner wird ein Großteil unserer Meetings von Frauen geführt. Auf Geschäftsführungs- und Leadership Level gibt es aktuell keine Frau.

Genau deswegen möchten wir der Thematik in der Fintech-Branche mehr Raum geben. Auch unter unseren Tekkies möchten wir den Frauenanteil von aktuell 4 Prozent ausbauen. Den zündenden Start macht meist die Eigeninitiative.

Als eigenständiges Start-up innerhalb der REWE Group nutzen wir Ressourcen des gesamten Konzerns als Starthilfe, um uns auf unsere Weiterentwicklung fokussieren zu können. Das Netzwerk f.ernetzt bietet Frauen aus allen Gesellschaften der REWE Group eine Plattform für Austausch, Support und Networking. Das Personalentwicklungsprogramm Women’s Drive zahlt darauf ein, dass Frauen ihre Karriereambitionen noch besser erkennen und motiviert werden, diese umzusetzen.

Ein Frauennetzwerk als erster wichtiger Schritt

Doch um einen noch vertrauteren Safe Space innerhalb Paymenttools zu schaffen, haben wir unser eigenes Frauennetzwerk frisch gegründet. Hier möchten wir uns nicht nur gegenseitig beruflich wie privat unterstützen, sondern auch zukunftsweisend für unsere gesamte Company brainstormen:

  • Wie gestalten wir unsere Branche attraktiver?

  • Wie fördern wir Frauen innerhalb ihrer Gebiete?

  • Wie können wir auf Bedürfnisse eingehen, um Mitarbeiterinnen langfristig glücklich zu machen?

  • Welche Initiativen können Veränderungen vielleicht sogar außerhalb von Paymenttools bewirken?

Mit diesen kleinen ersten Impulsen stehen wir natürlich noch ganz am Anfang und uns ist wichtig auf unserer Reise möglichst viel zu lernen.

Ein Hebel liegt nicht zuletzt im Employer Branding. Teams werden nicht einfach divers, indem man sagt, dass man jeden willkommen heißt. Wir müssen anerkennen, dass Frauen in einigen Alltagssituationen und im Berufsleben andere Herausforderungen und Hürden erleben. Sobald man das sieht, muss man unterstützende Angebote für Chancengleichheit schaffen.

Und wir wissen, dass Diversität noch in viel mehr Bereichen greifen muss. Das hier ist unser erster Schritt.

Worum es im zweiten Teil geht: Wir haben mit ein paar Paymenttools-Frauen aus den verschiedensten Bereichen gesprochen und sie gefragt, wie es ihnen geht. Außerdem sprechen wir mit unserem Talent Acquisition Manager Maximilian über Herausforderungen und Ideen im Recruiting.
- Stay tuned!

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